Rupprecht auf Reisen #15: Miami, Florida

Wir freuen uns immer sehr über Zusendungen von Geiger-Fans, diese reichen von Geschichten von Werken im privaten Kontext bis hin zu von Geiger ausgehenden Impulsen! Vor kurzem erreichte uns eine Mail mit folgendem Inhalt: eines unserer QR-Codes war in Miami, Florida!
Vielen Dank für die Einsendung!

„Meine Frau und ich haben heuer zu unserer Reise nach Südflorida einen winzigen, pinken Siebdruck mitgenommen, weil keine Farbe besser zu Miami passt als dieses ganz tolle Pink, das in diesem meist gleißenden Licht, zu noch stärkerer Wirkung kommt.“

 

 

 

Impressionen #16: Kunstprojekt mit Jugendlichen

Kunstprojekt in Kooperation mit dem Archiv Geiger für Kinder und Jugendliche aus dem Jugendtreff pfiffTEEN Hadern

Am Vormittag des Donnerstags, den 9. Februar 2017, haben wir, die Mitarbeiter des Jugentreff (JT) pfiffTEEN Hadern (KJR München-Stadt) mit 8 Mädchen und 7 Jungen (aus den fünften und sechsten Klassen der Mittelschule Guardinistraße) zuerst das Archiv Geiger in München-Solln besucht und danach an einem Siebdruck-Workshop im Atelier von Ekkeland Götze teilgenommen.

Doch wie kam es dazu, dass unserem Jugendtreff die Ehre zuteil wurde, bei einem so exquisiten Kunstprojekt teilzunehmen. Die Idee entstand schon vor etwa zwei Jahren, nachdem ich privat an einem Siebdruck-Workshop des Archiv Geiger bei Ekkeland Götze teilnahm und mein entstandenes Werk mich sehr stolz machte.
Meine folgende Überlegung war, dass sich unser lichtdurchfluteter und stark frequentierter Jugendtreff wunderbar dazu eignen würde, die selbst erstellten Werke der Kinder auszustellen. Außerdem würden sich die Kinder Gedanken über die Entstehung von Kunst, die Betitelung und die Art der Aufhängung der Exponate machen müssen, da sie mit der öffentlichen Ausstellung ihrer Werke erklären müssten, was genau sie da auf welche Art und Weise erschaffen haben.

Anschließend an die Geburt der Idee hieß es, die Verantwortlichen des Archivs Geiger, meine Kollegen im Team des Jugendtreffs, die Mittelschule an der Guardinistraße und nicht zuletzt die Kinder und Jugendlichen zu überzeugen, dass ein derartiges Projekt allen einen Vorteil bringen würde und zudem hervorragend zu unserem diesjährigen Motto ‚Farbe Rot‘ passen würde.
Mit einigen Besprechungen waren alle Widrigkeiten ausgeräumt und es konnte zur Realisierung fortgeschritten werden.

Treffpunkt 9. Februar, 10 Uhr, Archiv Geiger: Dort erhielten wir bei einem geführten Rundgang durch die ehemaligen Atelierräume einen Einblick in das Leben und Werk des Künstlers Rupprecht Geiger. Wir lernten einiges über Methode und Ziel des Künstlers sowie dessen angewandter Techniken und verwendeten Pigmente.


Danach ging es mit dem Erlernten und dem Erlebten im Gepäck zum Mittagessen zurück in den JT pfiffTEEN nach Hadern.
Gestärkt und ausgeruht machten wir uns sodann auf den Weg zum Atelier des Künstlers Ekkeland Götze nach Sendling, um dort bei einem Siebdruck-Workshop selbst Hand anzulegen, Rupprecht Geigers Haupttechnik konkret auf den Grund zu gehen und – nicht zuletzt – selbst ein kleines Kunstwerk zu erschaffen.

Nachmittag, 15 Uhr, Atelier Götze, Gotzingerstr. 52 B: Nach einer kurzen Einführung in die verschiedenen Arten der Drucktechnik wurde gegen 15.30 Uhr unter Anleitung von Ekkeland Götze zur Tat geschritten und es entbrannte ein aufgeregtes Treiben. Während die Farbtöne von leuchtend Orange nach Pink auf das Sieb aufgetragen wurde, keimte schon die erste Idee bei den Kindern auf, wie solch eine Farbmodulation entstehen könnte. Die Mutigeren unter ihnen mussten gebremst und die Schüchternen leicht ermutigt werden. Sie durften nacheinander ihren ganz persönlichen Bogen, der vorab nummeriert und dem entsprechenden Namen zugeordnet wurde, bedrucken, indem sie den Rakel mit Druck über das Sieb zogen. Danach wurde der Bogen zur Trocknung aufgehängt. Die Schürze musste zügig dem nächsten TeilnehmerIn übergeben werden, sodass es zu keinem Arbeitsstopp kam, denn schließlich hatte Ekkeland die klare Anweisung gegeben, nicht zu trödeln, damit die aufgetragene Farbe am Sieb nicht antrocknet.
Gegen 16.30 Uhr hatten alle Kinder eigenhändig zwei Bögen gedruckt und wollten diese am liebsten sofort mitnehmen.
Jedoch wurde ihnen nochmals erklärt, dass erst nach der Trocknung eines der Werke an sie überreicht, das zweite im Jugendtreff aufgehängt und ausgestellt wird. Die sinnliche Erfahrung des Erschaffens hatte sie erst richtig begreifen lassen, wie der Künstler Rupprecht Geiger gearbeitet hat.

Erschöpft und glücklich kamen wir um 17 Uhr wieder in Hadern an und konnten somit den lehrreichen und erlebnisreichen Tag für beendet erklären. Alle sind gespannt auf die zukünftigen geplanten Ausstellungen ihrer Werke – so soll zudem der Jugendtreff einen Beitrag zur Stadtteilarbeit leisten –, sodass auch die anderen Kinder und Jugendlichen sehen, was an diesem einen Tag entstanden ist. Außerdem bleibt natürlich mit Spannung abzuwarten, welch Samen man mit solch einer Aktion in der Seele eines Jugendlichen sät und was daraus einmal entstehen kann.

Herzlich bedanken möchten wir uns nochmal bei der Geschäftsführung des Archiv Geiger, Julia Geiger, die uns dieses Projekt ermöglicht hat, sowie Sandra Westermayer, die die Führung durch die Atelierräume übernommen hat, bei Ekkeland Götze, der uns für diese Aktion seine Werkstatt zur Verfügung gestellt und der bei den Kindern und Jugendlichen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Zudem sei der Direktorin der Mittelschule an der Guardinistraße sowie den Mitarbeiterinnen der Schulsozialarbeit, die einen wichtigen Teil der organisatorischen Arbeit übernommen haben, ein großes Dankeschön ausgesprochen.

 

Text: Teoman Altinbas
Fotos: Maro Nikolaidou

Impressionen #15: Vinzenz im Archiv

Mitte Januar bekam das Archiv Besuch vom kleinsten Kunstpädagogen der Welt: Vinzenz vom Holzknechtmuseum in Ruhpolding. Seine Entdeckungen veröffentlichten wir dann auf Instagram. Unsere Kollegin Sandra Westermayer organisierte seinen Besuch und gibt uns hier einen Blick hinter die Kulissen einer solchen Social-Media-Aktion!

 

Vinzenz On Tour im Archiv Geiger

Ich habe mich sehr gefreut, als ich Anfang Dezember von der Teilnehmerin einer vergangenen Veranstaltung des Archivs für die Bayerische Museumsakademie auf die geplante Social-Media-Aktion ‚Vinzenz On Tour‘ vom Ruhpoldinger Holzknechtmuseum aufmerksam gemacht wurde. Mir war sofort klar, auf die Frage, der Vinzenz nachgehen wollte, nämlich: was ist aus dem vielen geschlagenen Holz geworden?, haben wir einiges beizusteuern und wir laden Vinzenz zu uns ins Archiv Geiger ein.

Nachdem ich mir ein paar Gedanken zum Thema ‚Rupprecht Geiger und Holz‘ gemacht und meine Vorschläge mit Julia Geiger geteilt habe, sind wir gemeinsam durch das ehemalige Atelier gezogen und haben Ideen zu möglichen Fotomotiven gesammelt. Als am Montag, den 16.1.17, der Koffer mit der Holzfäller-Playmobilfigur Vinzenz vor der Tür stand, legte ich, mit einem Fotoapparat bewaffnet, sofort los.

Inhaltlich wurde die Story, was Vinzenz auf seiner Erkundungstour durch das Archiv Geiger in Verbindung mit dem Thema Holz alles erlebt, schnell sehr lang, bin ich doch auf immer mehr Ideen, Blickwinkel und Perspektiven gestoßen.

Es war schwieriger als gedacht, die knapp 10 cm große Figur in Verbindung mit Rupprecht Geigers Werken so zu fotografieren wie wir uns das überlegt haten, da es schnell ein Problem mit der Bildschärfe gibt, wenn Vinzenz im richtigen Größenverhältnis erscheinen soll.

Dennoch sind mehr Fotos entstanden, als wir letztlich auf Instagram veröffentlichen konnten. Daher möchten wir nun weitere Bilder von Vinzenz‘ Blickwinkeln im Archiv in diesem Rahmen noch veröffentlichen und wünschen Ihnen viel Spaß dabei!




Rupprecht auf Reisen #14: Daheim in München

Unsere Kollegin Annelena Döring war letzte Woche im verschneiten München unterwegs und hat folgende Gedanken festgehalten:

Rupprecht im Schnee

Manchmal muss man auch gar nicht weit reisen, um es so schön zu haben wie dieser Tage in München. Bei frischem Schnee und klirrender Kälte kann man sonntags über den Königsplatz spazieren, immer mit Rupprecht in der Nähe: der Königsplatz liegt zwischen dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte, ehemals Central Collecting Point wo Rupprecht 1949 mit der Künstlergruppe Zen 49 ausstellte, und dem Lenbachhaus. Dort ist noch bis April der Geiger-Raum zu sehen, dann wird umgebaut und einige Schätze verschwinden erstmal im Depot.
Rupprechts wärmendes Rot ist bei dem vielen Schnee eine wohltuende Abwechslung für Auge und Seele. Der Schnee erscheint weiß, weil er das gesamte sichtbare Lichtspektrum reflektiert, für Rupprecht hingegen war alles von hellgelb bis dunkelviolett der Farbe Rot zuzurechnen.

Rupprecht auf Reisen #13: USA

Das neue Jahr beginnen wir mit einer Reise! Unsere Kollegin Sandra Westermayer war in den USA unterwegs:

„Vier Wochen habe ich mit meiner Familie samt den Geiger’schen Quadraten im Gepäck in den USA verbracht. Mehrere Male bin ich Phänomenen oder Dingen begegnet, die mich unweigerlich an Rupprecht Geiger haben denken (und manchmal die Serigrafie-Quadrate haben zücken) lassen: farbkräftigste Sonnenuntergänge, leuchtende Neonbuchstaben in einer Dunkelkammer im Kindermuseum in Lincoln, Brunnen in spannenden Farbzusammenspielen oder bunte Stelen auf öffentlichen Plätzen…“

Brunnen in ‚Ascent‘ am Tower Square von Jun Kaneko aus dem Jahre 2014 in Lincoln, Nebraska

 

Leuchtbuchstaben in einer Dunkelkammer im Kindermuseum in Lincoln, Nebraska

Ausstellung in Wels

Die Kuratorin Angela Stief hat uns einen kleinen Beitrag zukommen lassen worin sie von ihrer Begeisterung für Rupprecht Geigers Kunst schreibt. Wie passend, dass Sie die Ausstellung „Lichtjahre“ im Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels kuratiert hat! Dort ist noch bis zum 26. Februar 2017 eine schöne Auswahl an Geigers Werken zu sehen!

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Foto: © Horst Stasny

„Schon seit langem liebe ich das Werk von Rupprecht Geiger! Unabhängig von seinem kunsthistorischen Wert haben mich die intensiven Farben und die klaren Formen seiner Arbeit immer begeistert. Sie sprechen den Betrachter so unmittelbar an! Um Geigers Kunst zu verstehen, braucht man weder Fachwissen noch Erklärungen. Man spürt auch, dass er Kunst um ihrer selbst willen gemacht hat. Ganz im Sinne von: Machen, was man machen muss. Das verstehe ich auch unter authentischer Kunstproduktion und ich finde, dass das die wichtigste Motivation für einen Künstler überhaupt ist. Diese immanente Überzeugungskraft lässt mich ich als Kuratorin wiederum aktiv werden. So stand eine Ausstellung mit Rupprecht Geiger schon lange auf meinem Wunschzettel der imaginären Projekte. Dafür bedarf es eines Museums und eines herausragenden Raumes. Durch die private Initiative von Heinz Josef Angerlehner ist es nun gelungen, in der neu sanierten, ehemaligen Industriehalle in Wels (OÖ), eine umfassende auf rund 1.000 Quadratmetern stattfindende Einzelpräsentation von Rupprecht Geiger in Zusammenarbeit mit dem Archiv Geiger zu realisieren. Die ästhetische Vehemenz dieses einzigartigen Oeuvres kommt an diesem Ort besonders gut zur Geltung!“

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Foto: © Horst Stasny

Vielen Dank, Angela Stief für diesen Beitrag!

Die Familie Geiger: Florian Geiger

Florian Geiger bezeichnet sein künstlerisches Schaffen, programmatisch seinem vielseitigen Lebensentwurf entsprechend, wiederum so: „Weit gefächert der Blick, an jeder Weggabelung offen für neue Richtungen“.[i] Nach seinem Architekturstudium in München und Berlin in der ersten Hälfte der 1960er-Jahre arbeitet er zunächst in verschiedenen Architekturbüros in Berlin und London. Parallel und ergänzend zu dieser Tätigkeit entwickelt er spannende Konzepte zu utopischen Architekturprojekten, die gewissermaßen heutigen architektonischen Problembewältigungen in Megalopolen sowie der Auseinandersetzung mit ökologischen Lösungen vorausgehen. Zum Thema „Häuser mit stürzenden Wasserwänden“ entsteht ein Zyklus frei gezeichneter Entwürfe mit wenig farbigen Akzenten, die als Serigrafien vervielfältigt werden – exemplarisch hierfür steht das Blatt „Ohne Titel“, um 1970. Rechts der mittigen, organischen und naturnahen Zeichnung, die durch graue und leuchtorangene Strahlen betont und dadurch ins Künstlerische überhöht wird, sind weitere Vorstufen der Idee in Seitenansichten und Grundriss zu erkennen – links wiederum wird der zentrale Entwurf in zwei detaillierten Ausführungen konkretisiert, deren Essenz es ist, in der Architektur platzsparend – statt in die Breite in die Höhe – zu planen und grüne Flächen auch an ungeahnten Stellen zu positionieren.

F Geiger

Florian Geiger, ‚Ohne Titel‘, ca. 1970

Vor dem Neuanfang in Südfrankreich beschäftigt sich Florian bereits mit Segelobjekten aus Papier für den Innen- und aus Stoff für den Außenbereich, die seine spätere Arbeit mit künstlerischen und am Entstehungsort formal sowie den klimatischen Bedingungen stark angepassten Sonnensegeln vorbereiten. Ab 1990 stellt er außerdem in den darauffolgenden 20 Jahren neben Erdziegelbauten Jurten her, die seinem Streben nach einem einfachen, der Natur verhafteten Lebenskonzept folgen. Wiederholt reicht Florian Entwürfe und Modelle bei verschiedenen Wettbewerben für Arbeiten im öffentlichen Raum ein,[ii] so auch für das unrealisierte Projekt an der Universität Augsburg im Jahr 2004, dessen Modell „Fächerdach“ in Murnau zu sehen ist. Dabei nimmt das Material Stoff wieder eine zentrale Rolle ein. Seine Faszination für das Element Wind, deren Ursprung in Kindheitserlebnissen in der Bax liegt, mündet in der von ihm selbst betitelten „Windart“: 2004 platziert er am Fuß von zwei sich treffenden Tälern die Installation „Rafalodrome“; bestehend aus unzähligen Stoffdreiecken, die an parallel laufenden Drahtseilen hängen, vorderseitig blau, rückseitig orange: Diese Stoffecken visualisieren die starken Windwirbel der aus dem Norden wehenden Tramontane, indem sie durch die Windkraft in die Luft emporgehoben werden und ihre orangene Rückseite zeigen.[iii] Des Weiteren setzt Florian seit 15 Jahren Fundstücke zu sogenannten Assemblagen zusammen, ganz der Tradition der aus zahlreichen Materialien zusammengesetzten Masken von Willi in der Bax und den spielerisch dreidimensionalen Collagen im Spätwerk Rupprechts folgend.

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Florian Geiger, ‚Fächerdach – Architekturmodell für die Universität Augsburg‘, 2004

Die vier besprochenen Künstler haben sich nicht nur künstlerisch gegenseitig beeinflusst. Es entstehen sogar gemeinsame Projekte zwischen Rupprecht und seinen Söhnen. So gestaltet Lenz beispielsweise typografisch die sechs von Rupprecht in intensiven Farben entworfenen Plakate der Konzertreihe Musica Viva aus den Jahren 1963/1964 – exemplarisch wird das Plakat zum Konzert am 17. Januar 1964 gezeigt. Florian wiederum entwickelt zusammen mit seinem Vater 1985 für die Retrospektive in Berlin, Düsseldorf und Ludwigshafen eine zeltartige, trichterförmige Rauminstallation aus Stoff, die „Rote Trombe“: Der Ausstellungsbesucher wird aufgefordert, sich darunterzulegen und – ganz von Pink umgeben – zu meditieren. Neben diesen gemeinsamen Projekten birgt Kunst aber auch meist Konfliktpotenzial, das sich in einer Künstlerfamilie auf engstem Raum besonders zuspitzen kann. Trotz unübersehbarer Unterschiede gibt es im Werk der vier ausgestellten Künstler der Familie Geiger, wenn auch teilweise unterschwellig, zahlreiche Berührungspunkte und Querverbindungen. Vielleicht bieten sogar die unterschiedlichen Herangehensweisen und Kunstformen eine Ergänzung zwischen den verschiedenen künstlerischen Positionen der Künstlerfamilie Geiger. Und die Kunstreise geht weiter: Nanda Lavaquerie, die Tochter Florians, widmet einen Teil ihres Lebens der Fotografie …

[i] Florian Geiger in einem Gespräch mit der Verfasserin im Zuge der Vorbereitungen einer Ausstellung im Künstlerhaus Geiger – die Bax, Sommer 2013.

[ii] An der Universität Passau über dem Haupteingang der Mensa steht beispielsweise das Werk „Segel-Seil-Objekt“ von Florian Geiger aus dem Jahr 1988, siehe: Bildwerk Bauwerk Kunstwerk. 30 Jahre Kunst und staatliches Bauen in Bayern, hg. vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, Oberste Baubehörde, München 1990, S. 188 f.

[iii] Eine Dokumentation dieser Installation ist im Film „Rafalodrome“ von Florian Geiger aus dem Jahr 2004 zu finden.

 

Dieser Auszug stammt aus dem Ausstellungskatalog zur oben genannten Ausstellung.

Zitierweise: Geiger, Julia: Die Künstlerfamilie Geiger: Eine Kunstreise über Generationen, in: Kat. Ausst. Väter & Söhne. Konfrontation und Gleichklang, Schloßmuseum Murnau 2016, München 2016, S 125f.

Die Familie Geiger: Lenz Geiger

Mit der Kunst und den zwei charismatischen Persönlichkeiten von Großvater und Vater wächst die nächste Generation Geiger heran. Die beiden Söhne Rupprechts wählen, der Familientradition folgend, die Berufe des freischaffenden Künstlers beziehungsweise des Architekten. Ihr Neuanfang in Südfrankreich 1973 und die darauffolgende Konzentration auf biologischen Landbau bilden vielleicht den notwendigen Abstand zum bisherigen Werdegang. Dank ihrer neu gewonnenen Distanz können sie sich Jahre später abermals der Kunst widmen.

Foto 1

Lenz Geiger, ‚Erdplastik II‘, 1971

Der älteste Sohn, Lenz Geiger absolviert zunächst eine Ausbildung in Typografie und Gebrauchsgrafik und arbeitet anschließend über ein Jahrzehnt als Maler, bevor es ihn ans Mittelmeer zieht. Er findet auch schnell den Zugang zu den Tagesleuchtfarben und es entstehen zahlreiche, teils großformatige Gemälde, bei denen geometrische Formen und starke Farbkontraste dominieren. Bewegungen und deren Richtungen werden durch Diagonalformen ausgedrückt. Insbesondere ein nach unten gedrehtes Dreieck mit einer nach innen oder außen betonten Spitze kommt in seinem Formenvokabular immer wieder vor, sowohl in seinem malerischen, druckgrafischen und zeichnerischen Frühwerk als auch in seinen früheren und späteren plastischen Arbeiten. Bei den in Murnau ausgestellten Werken ist diese geometrische Form in den beiden Kaltnadelradierungen sowie bei der Erdplastik vor dem oben genannten Haus am Chiemsee zu finden, die mit dem Ostgiebel, sozusagen als Spiegelung, korrespondiert. Dieses Arbeiten mit und in der Landschaft fasziniert Lenz Geiger zeitlebens. So widmet er sich nach der Wiederaufnahme der künstlerischen Tätigkeit Anfang der 1990er-Jahre neben seinem malerischen Werk monumentalen Skulpturen im roten Tal des Flusses Salagou, die sich in die Landschaft integrieren und gleichzeitig die landschaftlich vorgegebenen Formen betonen. Bei dem ausgestellten Foto der riesigen Feldstein- und Basaltskulptur verwendet der Künstler vorhandenes Material, um ein Dreieck zu bilden, als Korrespondenz und Spiegelung des sich in der Ferne erhebenden Mont Mars. Auch wenn 30 Jahre dazwischenliegen, so sind die Parallelen zwischen dieser Skulptur und der Erdplastik vor der Bax unübersehbar.

Foto 3

Lenz Geiger, ‚Skulptur in der Landschaft im Languedoc‘, 2003

In der Malerei verabschiedet sich Lenz immer mehr von dem herkömmlichen zweidimensionalen Bildträger und entwickelt dreidimensionale, großformatige Holzobjekte, die er mit Tagesleuchtfarben bemalt. Im Vergleich zu seinem Vater ist seine Farbpalette breiter gefächert, die Farbe Grün nimmt eine wichtige Rolle ein. Den ständigen Austausch zwischen dem Wahrgenommenen und dessen künstlerischen Umsetzung fasst Lenz wie folgt zusammen: „Das innere Bild führt das Auge auf entsprechende Phänomene in der Außenwelt und drängt zur Sichtbarwerdung durch kreative Arbeit“.[i]

[i] Lenz Geiger in einem Gespräch mit der Verfasserin im Zuge der Vorbereitungen einer Ausstellung im Künstlerhaus Geiger – die Bax, Sommer 2013.

Dieser Auszug stammt aus dem Ausstellungskatalog zur oben genannten Ausstellung.

Zitierweise: Geiger, Julia: Die Künstlerfamilie Geiger: Eine Kunstreise über Generationen, in: Kat. Ausst. Väter & Söhne. Konfrontation und Gleichklang, Schloßmuseum Murnau 2016, München 2016, S 124f.

 

Die Familie Geiger: Rupprecht Geiger

Diese Woche beschäftigen wir uns mit Rupprecht, dem einzigen Kind von Clara und Willi Geiger. Selbstverständlich weiß unser treuer Leser bereits viel über den Werdegang von Rupprecht Geiger, jedoch ist es auch spannend ihn und sein Werk in Verbindung zu dem seines Vaters zu sehen.

Den Zweiten Weltkrieg erlebt Rupprecht als Soldat, zunächst zuständig für Telefon- und Zugverbindungen, in den berüchtigten Wintermonaten 1941–1942, in Wjasma nahe Moskau stationiert. Wie sein Vater greift er zum Tagebuch und beschreibt darin die brennenden Städte, die schrecklichen Verwüstungen, das Gefangenenlager, die unzureichend versorgten Verwundeten, die beim Schmelzen der Schneemassen zum Vorschein kommenden Leichenberge, aber auch die fesselnden Farbspiele der russischen Landschaft:

Der Himmel ist von beispielloser Farbenpracht und von unglaublicher Weite. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. (1) Ein Morgenhimmel ist am Horizont, blaugrau und geht nach oben in violett über, dann ganz schnell über gelb u. grün zu stahlblau. Oder (2) am Horizont weißgelb dann etwas zitronengelb und über den halben Himmel hoch lachsrot. (3) Oder violett am Horizont dann schnell gelb grün und dann zu blau.“[i]

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Rupprecht Geiger, ‚Ohne Titel (Landschaft)‘, 1942

Weniger die Verwüstung und das Elend hält er in seinen mit Tinte und Buntstift ausgeführten, den Text illustrierenden Tagebuchskizzen fest, sondern die farbintensiven Landschaftsausschnitte. In den zur damaligen Zeit entstandenen stimmungsvollen Aquarellen – wie das exemplarisch hierfür in der Ausstellung gezeigte Aquarell „Rote Wolke über Wjasma“ – konzentriert sich der Künstler vorwiegend auf die Wiedergabe der Farbspiele in der Landschaft, um sich dem Gräuel des Krieges zu entziehen.[ii] Auf der aufgeschlagenen Doppelseite des oben zitierten und ausgestellten Kriegstagebuchs ist unten rechts eine detailgetreue Bleistiftskizze zu sehen, die als Vorstufe zum fertigen, in der Ausstellung präsentierten kleinformatigen Eitemperawerk „Ohne Titel (Landschaft)“ von 1942 entstanden ist. Das Gemälde zeigt den Blick aus dem Zimmerfenster des Künstlers: Den Vordergrund der Landschaft überzieht eine aufgewühlte Erdschicht in braunen und schwarzen Farbtönen, aus der dicke Pflöcke hervorragen; dahinter befindet sich eine flache Ebene in den Farbtönen Kaki und Hellgrün, die von zwei großen, mit weißgelblichem Schnee gefüllten Löchern unterbrochen ist; darüber erhebt sich ein Hügel in braunen, dunkelgrünen Farben und ein wolkenloser Himmel breitet sich aus, moduliert von Gelb über zartes Rosa, Lachs- und Rottönen bis hin zu einem bläulichen Grau. Als Kontrast zu den im Vordergrund angedeuteten Verwüstungen setzt der Künstler die Farbspiele im weit ausgedehnten Himmel und in der lichterfüllten Atmosphäre entgegen. Die Modulation als wichtigstes gestalterisches Prinzip im Œuvre Rupprecht Geigers nimmt bereits in diesem Frühwerk die Hälfte der Komposition ein. Durch die Beobachtung der Natur verdrängt er die Kriegssituation und entwickelt Gegenbilder zur bedrückenden Realität. Dieses Werk bildet mit zwei weiteren desselben Jahres die ersten Gemälde aus dem künstlerischen Schaffen von Rupprecht Geiger und sie sind die einzigen, die er während der Kriegsjahre malt. Dank dieser drei Werke wird er mit Hilfe seines Vaters, der frühere Bekanntschaften nutzt, für die letzten beiden Kriegsjahre als Kriegsmaler eingesetzt, zunächst 1943 in der Ukraine, 1944 dann in Griechenland.

Kürbis-Stillleben, 1943

Rupprecht Geiger, ‚Kürbis-Stillleben (Ukraine)‘, 1943

In der Ukraine zeichnet Rupprecht brennende Dörfer und Häuser in Tusche und Bleistift, porträtiert Einheimische und malt Stillleben, darunter die ausgestellte Gouache „Kürbis-Stilleben (Ukraine)“. Dieses Werk entdeckt Willi einige Jahre nach seiner Entstehung und findet es so spannend, dass er 1958 mit seinem in der Ausstellung präsentierten Ölgemälde „Grüner Kürbis“ eine Variation dieses Motivs malt. Dieses Beispiel zeugt von einer direkten thematischen und bildnerischen Verbindung zwischen den Werken des Vaters und des Sohnes, wobei hier die Einflussnahme nicht chronologisch erfolgt, sondern der Jüngere auf den Älteren einwirkt – keine Seltenheit bei diesen beiden Künstlern.[iii]

In Griechenland, erneut konfrontiert mit dem intensiven Licht des Mittelmeeres, hält Rupprecht 1944 – abermals keineswegs im Sinne seines Auftrags, die Siege der deutschen Armee in heroischen Darstellungen zu verewigen – in bezaubernden Landschaften und farbenfrohen Stadtansichten die nachhaltigen Eindrücke fest und setzt sein autodidaktisches Studium der Malerei fort, wie er selbst die Kriegsjahre nennt.

Trotz erster Distanzierung zum väterlichen Künstlertum widmet sich der ausgebildete Architekt Rupprecht mit Kriegsende als Autodidakt ganz der Kunst. „Die Erkenntnis, dass die Farbe in der Malerei das primäre Element ist, müsste zu ihrer Neuentdeckung führen“, notiert er programmatisch um 1945.[iv] Aufgrund dieser bewussten Beschäftigung mit der Farbe löst er sich schnell vom Vorbild des Vaters. Innerhalb kurzer Zeit findet er bereits Ende der 1940er-Jahre zur Abstraktion und beginnt mit der allmählichen Reduzierung der Form- und Farbgebung in seinem Werk, das in monochromen, meist fein modulierten Farbfeldern seinen Höhepunkt findet. Rupprechts kontinuierliche, sieben Jahrzehnte andauernde Beschäftigung mit der Farbe als zentralem Thema gipfelt darin, dass er diese zum Lebenselixier deklariert und der Malerei quasi den Rang eines Familienmitglieds zuschreibt.

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Rupprecht Geiger, Kreis von  ‚780/87‘, 1987

In vielen Bereichen der Kunst wird Rupprech

Rupprecht Geiger, ‚Morbides Rot‘, 2005

t als Pionier genannt. So bei der Erschaffung der Werkgruppe der Bilder mit irregulären Formaten Ende der 1940er-Jahre, also fast zwei Jahrzehnte bevor sich seine amerikanischen Kollegen mit dem Thema auseinandersetzen.[v] Auch ist er einer der ersten Künstler in Deutschland, der die Tagesleuchtfarbpigmente in seinen Schaffensprozess integriert: Ab Anfang der 1950er-Jahre zunächst nur partiell, ab Mitte des darauffolgenden Jahrzehnts ausschließlich. Die chemisch hergestellten Pigmente findet Rupprecht besonders geeignet, um das „Porträt der Farbe[vi], wohl der abstrakten Farbe, zu erschaffen. Eine weitere technische Errungenschaft, die mit seiner zehnjährigen, 1965 beginnenden Professur an der Kunstakademie Düsseldorf eingehend Verwendung findet, ist der Farbauftrag mit der Luftdruckspritzpistole. Diese Technik ermöglicht feinste Farbmodulationen und einen anonymisierten Farbauftrag ohne jeglichen Pinselduktus – ein Negieren der künstlerischen Handschrift im herkömmlichen Sinn. Der Künstler als Ausführender verschwindet ganz hinter der Farbe, die sich demzufolge, so Rupprecht, besser entfalten kann,[vii] wie dies an dem ausgestellten Acrylgemälde „780/87“ aus dem Jahr 1987 (WV 758) erkennbar ist.[viii] Ein typisch gedrückter „Geiger-Kreis“ füllt mit seinen 145 x 160 cm das gesamte Blickfeld des Betrachters in einem kräftig leuchtenden Pink. Da der Pinselduktus fehlt und die Farbe homogen auf den Träger aufgesprüht wurde, verliert der Blick des Betrachters jeglichen Fixpunkt und die Farbfläche beginnt zu vibrieren. Die Farbe zeigt sich selbst. Die bereits sehr früh eingesetzte Reduktion auf archetypische Formen, beispielsweise auf Rechteck oder Oval, dient dem Künstler zur besseren und unmittelbaren Wahrnehmung der Farbe an sich: „Alleiniges Thema meiner Malerei ist die Farbe, sie selbst ist das Motiv.“[ix] Die Technik mit der Luftdruckspritzpistole verlässt Rupprecht Mitte der 1980er-Jahre und arbeitet wieder mit Pinsel, Rolle oder Schwamm, so bei seinem Spätwerk „Morbides Rot“ aus dem Jahr 2005 (WV 945). In schäumend rauschenden Zügen wird eine Modulation von kräftigem Pink zu einem tiefen Violett zeilenartig nach oben hin aufgebaut. Bei der fast wissenschaftlichen und zugleich verspielten Erforschung der Darstellungsmöglichkeiten der Farbe konzentriert sich Rupprecht immer mehr auf die Farbe Rot und deren Nuancen. Rot bezeichnet er als „die Farbe mit der größten Potenz und Ausstrahlung.“[x] Im Laufe der über Jahrzehnte andauernden künstlerischen Suche kommt er zu folgender Erkenntnis: „Rot ist Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme, Kraft. Rot macht high […] Rot ist geballte Energie.”[xi]

945 Morbides Rot, 2005

Rupprecht Geiger, ‚Morbides Rot‘, 2005

Obwohl Willi Geiger bereits früh, wie letzte Woche erwähnt, von der Magie der Farbe gefesselt wird, tut er sich mit dem Thema schwer. In seinem Spätwerk konzentriert er sich auf Blumenstillleben, deren stark abstrahierte Formengebilde nur noch vage an Blumen erinnern, so auch bei den drei ausgestellten Ölgemälden „Blumen“ von 1966, „Feuerblumen“ (1968) und „Abstrakte Blumen“ von 1970, die in den letzten Schaffensjahren entstanden. Die Blumensträuße werden nicht nur immer ungegenständlicher, sondern gewinnen mit der Zeit in ihrer Farbigkeit an Intensität. Willi verfolgt mit großem Interesse das künstlerische Schaffen seines Sohnes und dessen Arbeit mit den Tagesleuchtfarbpigmenten. Unter dem Einfluss des Sohnes beginnt er ab Mitte der 1960er-Jahre sogar mit fluoreszierenden Tagesleuchtfarben zu arbeiten, wie bereits bei den Früchten des „Stilleben mit Birnen“ aus dem Jahre 1965 sichtbar ist. In der Familie erzählt man sich, dass der Vater die begehrten Pigmente anfänglich heimlich aus dem Atelier seines Sohnes entwendete. Veranschaulicht wird die Anwendung von Tagesleuchtfarbpigmenten am deutlichsten anhand des Gemäldes „Feuerblumen“ aus dem Jahr 1968. Willi fertigt es in einem ersten Malvorgang 1965 an, wie dies anhand des übermalten, aber trotzdem zum Vorschein kommenden Signaturkürzels „G.“ mit Entstehungsjahr „1965“ am Gemälderand unten links zu erkennen ist. In einem zweiten Durchgang übermalt Willi das Werk partiell mit Leuchtpigmenten – wofür beispielsweise der pastose Farbauftrag und die dicke Malschicht der großen, leicht nach rechts gebogenen Blume sprechen. Willi signiert das Bild erneut und datiert es mit dem Jahr 1968. Dass Rupprecht das Werk seines Vaters schätzt, zeigt sich daran, dass das Gemälde „Abstrakte Blumen“ (1970) jahrelang im Wohnzimmer in Solln hing. Dieses Werk ist nicht nur das letzte vollendete Werk von Willi, sondern auch sein abstraktestes Gemälde, ein fast ausschließlich mit pinker, zart aufgetragener Tagesleuchtfarbe gemaltes Bild. Die Blumenbilder der letzten Jahre gelten als Synthese und Krönung des künstlerischen Schaffens von Willi. Vor einem dieser Werke soll er im hohen Alter gesagt haben: „Allmählich fange ich an zu begreifen, was Malerei ist“.[xii]

[i] Rupprecht Geiger, Kriegstagebuch 1941/42, Archiv Geiger, München (unveröffentlicht), 17.11.1941, o. S.

[ii] Rückblickend sagt Rupprecht Geiger 1994, dass die Malerei „eine Art Therapie [ist], aus dieser scheußlichen Kriegssituation wenigstens gedanklich herauszukommen“, in: Ausst.-Kat. Rupprecht Geiger (St. Petersburg, Russisches Museum; Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Galerie Neue Meister; München, Palais Preysing, Bayerische Vereinsbank (JG: es ist keine Werbung, sondern der Ausstellungsort hieß ursprünglich so, es kann aber gerne gelöscht werden), hg. von Petra Giloy-Hirtz, München 1995, S. 38.

[iii] In frühen Landschaftsaquarellen der 1940er-Jahre stehen sich Vater und Sohn allerdings malerisch so nahe, dass es extrem schwierig zu erkennen ist, von wem sie tatsächlich stammen.

[iv] Rupprecht Geiger, Tagebuch 1939–1949, Archiv Geiger, München (unveröffentlicht), S. 172. Das Tagebuch wurde vom Künstler nachträglich mit Seiten und Datierungsangaben versehen.

[v] Zusammenfassender Aufsatz zu diesem Thema: Julia Geiger, Ein gewagtes Experiment: Die Werkgruppe irregulärer Bildformate von 1948/1949, in: Ausst.-Kat. 100 Jahre Rupprecht Geiger (Berlin, Neue Nationalgalerie), hg. von Fritz Jacobi und Melanie Wilken, Berlin 2008, S. 45–55.

[vi] Rupprecht Geiger, Rotbuch 1975/1978, hg. von Helmut Friedel anlässlich des 90. Geburtstags, erschienen zur Ausst. Rupprecht Geiger. Rot, Gelb, Blau im Kunstbau des Lenbachhauses München, München 1998 (WVG 195), o. S.

[vii]Der Auftrag der Farbe soll die Farbe selbst charakterisieren, etwa so daß ein leuchtendes Rot schwebend auf der Fläche erscheinend, von hell nach Tiefe abgewandelt, das Materielle überwindet“, in: Rupprecht Geiger, Tagebuch 1950, Archiv Geiger, München (unveröffentlicht), o. S.

[viii] Mit der Werkgruppe der Bilder mit irregulären Formaten beginnt Rupprecht seine Arbeiten fortlaufend zu nummerieren, um jegliche Assoziationsmöglichkeiten beim Betrachter zu unterbinden. Des Weiteren signiert er diese ab diesem Zeitpunkt auf der Rückseite, um die Wahrnehmung der Farbe ungestört zu lassen.

[ix] Rupprecht Geiger 1981, in: Ausst.-Kat. Für Rupprecht Geiger. Ausstellung zum 75. Geburtstag (München, Galerie der Künstler), München 1983, o. S.

[x] Geiger 1998 (wie Anm. 12), o. S.

[xi] Ebd.

[xii] Willi Geiger, in: Ausst.-Kat. Willi Geiger (Prien am Chiemsee, Galerie im Alten Rathaus; Landshut, Rathaus), Erscheinungsort 1991, o. S.

 

 

Dieser Auszug stammt aus dem Ausstellungskatalog zur oben genannten Ausstellung.

Zitierweise: Geiger, Julia: Die Künstlerfamilie Geiger: Eine Kunstreise über Generationen, in: Kat. Ausst. Väter & Söhne. Konfrontation und Gleichklang, Schloßmuseum Murnau 2016, München 2016, S 121-124.