Rupprecht auf Reisen #17: Sardinien

Den Juni verbrachte ich mit meiner Familie auf Sardinien – die abwechslungsreiche Mittelmeerinsel bescherte uns nicht nur sensationelle Sonnenuntergänge im Westen, sondern auch kulturelle Kostbarkeiten.

Im Osten der Insel verschlug es uns nach Ulassai, einem kleinen Bergdorf bekannt für Sardiniens größte Grotte, die grotta su marmuri. Doch Ulassai beherbergt auch eine weitere besondere Sehenswürdigkeit: die Stazione dell’arte. Diese Kulturstätte wurde vor etwa 30 Jahren von der sardischen Künstlerin Maria Lai (*1919 †2013) und ihrem Heimatort Ulassai ins Leben gerufen um eine Plattform für zeitgenössische Kunst in Sardinien zu bieten. Lai vermachte der Stiftung auch circa 100 ihrer Werke, die im schlichten ehemaligen Bahnhofsgebäude einen Überblick über Ihre Schaffensphasen und einen Eindruck von den unterschiedlichsten Techniken, der sich die Künstlerin bediente verschafft.  Lai, die in Italien große Bekanntheit genießt, verstand es mit ihrer Kunst immer Bezug auf ihren Herkunftsort zu nehmen und diesen – sei es durch Benutzung von dort typischen Materialen oder Einbezug der Einheimischen und bestimmter Orte in ihren Happenings – mit einzubeziehen.

Maria Lai, Errando, Faden auf Samt auf Leinwand, 1987

Dieses Jahr ist Lai in aller Munde, vertreten auf der Art Basel 2017, der documenta 14 und auch auf der diesjährigen Biennale in Venedig.

Es macht immer wieder Freude andere spezialisierte Kultur-Institutionen zu besuchen und kennnenzulernen. Die Stazione dell’Arte in Ulassai ist ein feiner Ort, ein Juwel, auf den man nicht zu stoßen dachte in einer solch kargen, von Erdrutschen geplagten Gegend. Ein Ort für eine entspannte und fokussierte Begegnung mit der Kunst und einem hervorragenden Team, der einem das Werk von Maria Lai mit großer Begeisterung und Kompetenz nahe bringt.

Rupprecht auf Reisen #15: Miami, Florida

Wir freuen uns immer sehr über Zusendungen von Geiger-Fans, diese reichen von Geschichten von Werken im privaten Kontext bis hin zu von Geiger ausgehenden Impulsen! Vor kurzem erreichte uns eine Mail mit folgendem Inhalt: eines unserer QR-Codes war in Miami, Florida!

Vielen Dank für die Einsendung!

„Meine Frau und ich haben heuer zu unserer Reise nach Südflorida einen winzigen, pinken Siebdruck mitgenommen, weil keine Farbe besser zu Miami passt als dieses ganz tolle Pink, das in diesem meist gleißenden Licht, zu noch stärkerer Wirkung kommt.“

 

 

 

Rupprecht auf Reisen #14: Daheim in München

Unsere Kollegin Annelena Döring war letzte Woche im verschneiten München unterwegs und hat folgende Gedanken festgehalten:

Rupprecht im Schnee

Manchmal muss man auch gar nicht weit reisen, um es so schön zu haben wie dieser Tage in München. Bei frischem Schnee und klirrender Kälte kann man sonntags über den Königsplatz spazieren, immer mit Rupprecht in der Nähe: der Königsplatz liegt zwischen dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte, ehemals Central Collecting Point wo Rupprecht 1949 mit der Künstlergruppe Zen 49 ausstellte, und dem Lenbachhaus. Dort ist noch bis April der Geiger-Raum zu sehen, dann wird umgebaut und einige Schätze verschwinden erstmal im Depot.
Rupprechts wärmendes Rot ist bei dem vielen Schnee eine wohltuende Abwechslung für Auge und Seele. Der Schnee erscheint weiß, weil er das gesamte sichtbare Lichtspektrum reflektiert, für Rupprecht hingegen war alles von hellgelb bis dunkelviolett der Farbe Rot zuzurechnen.

Rupprecht auf Reisen #13: USA

Das neue Jahr beginnen wir mit einer Reise! Unsere Kollegin Sandra Westermayer war in den USA unterwegs:

„Vier Wochen habe ich mit meiner Familie samt den Geiger’schen Quadraten im Gepäck in den USA verbracht. Mehrere Male bin ich Phänomenen oder Dingen begegnet, die mich unweigerlich an Rupprecht Geiger haben denken (und manchmal die Serigrafie-Quadrate haben zücken) lassen: farbkräftigste Sonnenuntergänge, leuchtende Neonbuchstaben in einer Dunkelkammer im Kindermuseum in Lincoln, Brunnen in spannenden Farbzusammenspielen oder bunte Stelen auf öffentlichen Plätzen…“

Brunnen in ‚Ascent‘ am Tower Square von Jun Kaneko aus dem Jahre 2014 in Lincoln, Nebraska

 

Leuchtbuchstaben in einer Dunkelkammer im Kindermuseum in Lincoln, Nebraska

Rupprecht auf Reisen #12: Assisi

Letzten Monat war ich in der Toskana unterwegs und selbstverständlich stand ein Besuch der Pilgerstadt Assisi auf dem Plan!
IMG_8084San Francesco ist mit Abstand die bekannteste Basilika in diesem Ort – im 13. Jahrhundert erbaut findet man in der Oberkirche einen fantastischen Anblick: der Freskenzyklus von Giotto di Bondone. Dieser Künstler hielt Ende des 13. Jahrhunderts die Franziskuslegende in 14 Fresken fest.

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Auch Rupprecht Geiger reiste in den 1920er Jahren mit seinem Architektur-Professor Eduard Pfeiffer und Kommilitonen in die Toskana. Vom blauen Hintergrund tief beeindruckt, fertigten Geiger und sein Freund Karl Hirschbold ihre Architekturskizzen eines kleinen Klosters in Trevi auf Papier an, welches ersterer vorher blau färbte. Schon hier einen sich malerische und architektonische Aspekte; Merkmale, die sich durch die ganze Schaffenszeit Geigers ziehen.

1908_1940_Trevi

Rupprecht Geiger und Karl Hirschbold, Architektur-Maßaufnahmen vom Convento die Cappuccini in Trevi, 1926, Aquarell/Papier, je 41 x 41 cm

Rupprecht auf Reisen #11: Tokyo

Den goldenen Oktober habe ich in Japan verbracht und natürlich besuchten wir die Mega-Metropole Tokyo! Ein Geiger-Kärtchen war selbstverständlich auch im Gepäck und wurde in den Hama Rikyu Gärten abgelichtet. Die gepflegte Parkanlage mit traditionellen Häusern gespickt besteht bereits seit dem 17. Jahrhundert. Noch heute ist der Park viel besucht, wo man während dem Genuss einer Schale Matcha-Tee über den Kontrast von Wolkenkratzer-City und traditionell gehaltener Anlage staunen kann.

Rupprecht Geiger verschlug es sogar mehrmals nach Japan: 1986 im Rahmen einer Ausstellung im Seiji Togo Kunstmuseum in Tokyo und 1988 ins Goethe-Institut Osaka für die Ausstellung „Bilder für den Himmel. Kunstdrachen“. Hierzu schuf Geiger eigens Der rote Drachen und setze die Farben Pink und Red in zwei unterschiedlich rechteckigen Formen zusammen. Die daraus entstandene Form eines fast quadratischen Elements mit einem darauf platzierten liegenden Rechteck ordnet sich geschickt in sein Schaffen dieser Zeit ein, evoziert aber gleichzeitig die Form einer traditionellen japanischen Drachenart des Sodedako, der seinen Name einem kimonoartigen Kleidungsstück verdankt.

Rupprecht Geiger, Der rote Drachen, 400 x 400 cm

 

 

Rupprecht auf Reisen #10: Korfu

In Korfu angekommen, dachte ich eigentlich daran, die Quadrate neben einen tollen südlichen Sonnenuntergang zu fotografieren. Jedoch lässt sich das – wie Geigers Werke auch – so schlecht fotografisch festhalten. So habe ich mich bald nach einem anderen Motiv umgesehen und wurde auch sehr schnell fündig.

Rupprecht Geiger hat in seiner Griechenland-Zeit 1944 das mediterrane Licht studiert und gezeigt, wie leuchtend sich alles in diesem Licht zeigen kann. Schon beim ersten Betreten des Hotels fielen mir die tollen roten Blumen mit ihrer enormen Leuchtkraft im Garten auf.

Rupprecht auf Reisen #9: Barcelona

Letzte Woche war ich in Barcelona und wohnte bei einer sehr netten italienischen Dame. Natürlich kamen wir im Laufe unseres Gesprächs auf das Thema „Kunst“ zu sprechen und ich erzählte ihr von Rupprecht Geiger und dem Archiv. Im Zuge dessen gab ich ihr meine Visitenkarte, die mit Original-Pigmenten von Rupprecht gedruckt ist.

Am nächsten Morgen überraschte mich im Wohnzimmer diese Sicht: ein „fliegender“ weiblich anmutender Blech-Scherenschnitt des italienischen Künstlers Luca Pizzorno (*ca. 1955  † 1994), der sich gen farbiges Licht, dem „Geist der Farbe“ erhebt. Welch schönes Bild!

Rupprecht auf Reisen #8: England

Unsere Kollegin Stefanie Kissel verließ letzte Woche das Festland und inszenierte mal wieder unsere QR-Codes!

„Rupprecht auf der Insel

Letzte Woche führte mich der Besuch von Freunden nach Nottingham, eine Stadt im Vereinigten Königreich Großbritannien in den East Midlands. Bekannt ist Nottingham besonders wegen seiner Legende um Robin Hood. Ob seine pinkfarbene Botschaft Maid Mariann wohl erreicht?“