Tasche und T-Shirt mit Motiven von Rupprecht Geiger – eine Kooperation mit dem T-shirt Label des artistes

Während der Art Cologne im April 2013 wurde ich von der Münchener Künstlerin Caro Jost angesprochen, ob das Archiv Geiger Interesse hätte, dem T-Shirt Label des artistes Exponate für die Frühjahr Sommer Kollektion 2014 zur Verfügung zu stellen. Da ich die Schwierigkeiten der Reproduktion von Tagesleuchtfarben schon von Büchern kenne, stand natürlich im Raum, ob sich so ein Projekt (farblich) auf Textilien realisieren lässt.

Kurz darauf besuchten Frederik und Polly Bäumler, die hinter den vielversprechenden Namen des artistes stehen, das Archiv und waren von den intensiven Farben des Werkes von Rupprecht begeistert. Es ging nun an die Auswahl der Motive, die im Hinblick auf das umfangreiche Gesamtoeuvre nicht leicht fiel. Wir entschieden uns für zwei frühere druckgrafische Werke mit den für Geiger typischen Kreisformen und charakteristischen Farben Gelb bzw. Rot-Orange-Pink.


Motiv von Farbmodulationen, 1962 (WVG 52/7)

Motiv von rot orange, 1964 (WVG 65-1)

Die Idee von des artistes auf der Rückseite der T-Shirts jeweils ein zum Sujet der Vorderseite korrespondierendes Zitat des Künstlers aus seinem Skizzenbuch Rotbuch 1975/98 aufzunehmen, rundete die Gestaltung ab.

Auch wenn ein Eins-zu-Eins-Druck mit Tagesleuchtfarbpigmenten auf Textilien nicht möglich ist, hat sich das Team bei des artistes in mehren Druckdurchläufen hervorragend an die Originalfarbgebung angenähert. Die Mitarbeiterinnen des Archivs warten bereits sehnsüchtig auf die T-Shirts, die im Frühjahr / Sommer 2014 auf den Markt kommen.

Um dem Thema und der Zusammenarbeit einen würdigen Auftritt zu geben, wurde die Kooperation multimedial in dem Kunstfilm „Movement“ mit den ersten Solisten des Bayrischen Staatsballets, Lucia Lacarra und Marlon Dion, choreographisch übersetzt und bei einem Screening in der Galerie Walter Storms vorgestellt. Die Sujets von Rupprecht bilden dabei einen Anfangs- und Endpunkt eines wunderbaren Spannungsbogens, in dem die Kunstwerke aus der bisherigen Kollektion von des artistes als Gesamtkunstwerk übersetzt sind. Der Film ist zu sehen und als Download verfügbar auf  http://www.desartistes.org.

Während der Zusammenarbeit an den T-Shirts entstand dann auch die Idee eine Rupprecht Geiger Tragetasche („canvas tote bag“) zu entwickeln. Als Motiv dient die Serigrafie „Ohne Titel (WVG 192, 1994)“, die wir, je nach Seite, als aufgehende bzw. untergehende Sonne aufgefasst haben. Die Modulation innerhalb der Halbkreise kommt sehr gut zur Geltung und wird spielerisch an den beiden Henkeln fortgeführt. Rupprecht hätte die Tasche bestimmt sofort in Gebrauch genommen! Die Tragetasche wird in einer Auflage von nur 1.000 Stück produziert und ist aus 100% Biobaumwoll-canvas.

An dem Konzept von des artistes gefällt mir besonders gut, dass der gesamte Gewinn aus dieser wie anderen High-Profile Kooperationen karitativen Organisationen zu Gute kommt. In unserem Fall habe ich mich für Ärzte ohne Grenzen e.V. (MSF) entschieden, weil man dort in Krisenregionen in denen dringend ärztliche Hilfe benötigt wird, sehr effizient Menschenleben rettet. Meine Großeltern und vor allem meine Großmutter, haben zeitlebens zahlreiche Hilfsorganisationen unterstützt, darunter auch diese. Beim Schreiben des Blog-Eintrages habe ich mich kurzentschlossen dazu entschieden, dass das Archiv Geiger nun während seiner Weihnachtsaktion zusätzlich 5.- € pro verkaufte Tasche an Ärzte ohne Grenzen e.V. spenden wird. Machen Sie mit! Die Tasche ist selbstverständlich auch in unserem Online-Shop erhältlich.

 

 

 

 

Rupprecht auf Reisen #5: Venedig

Passend zum letzten Tag der Biennale 2013 sehen Sie heute unsere QR-Codes in Venedig! Rechts im Bild ist der Markusturm zu sehen und links der leider verhüllte Markusdom. Ganz rechts ist sogar noch ein Stückchen vom Dogenpalast erkennbar. Selbstverständlich waren unsere Codes auch auf der diesjährigen Biennale, jedoch haben wir es vor lauter Begeisterung versäumt, ein Foto zu machen!

Impressionen #6: Siebdruck-Werkstatt am 09.11.13

Am Samstag hat das Archiv Geiger erneut eine Siebdruck-Werkstatt im frisch aufgeräumten Atelier von Ekkeland Götze, dem langjährigen Drucker von Rupprecht Geiger, durchgeführt.

Es hat sich eine sehr nette Teilnehmergruppe zusammengefunden, die z. T. schon gut bekannt war mit Ekkeland und dem Siebdruckverfahen, z. T. Erstkontakt mit diesem Handwerk hatte. Nach einer Einführung in die Drucktechnik im Allgemeinen wie zu Rupprecht Geiger’s Vorlieben und Arbeitsweisen im Speziellen durch Ekkeland Götze und Julia Geiger, legte Ekkeland los, rührte die Farben noch einmal auf und begann mit den ersten Bögen, die von gelb bis orange leuchteten.

Es war schön zu sehen, wie so ein Siebdruck-Werk entsteht, worauf genau es ankommt – Ekkeland wiederholte des öfteren, dass ‚drucken’ von ‚drücken’ kommt! -, wo eventuelle Probleme liegen und wie schnell etwas schief gehen kann. Ganz spontan und ungeplant fragte er in die Runde, ob nicht jemand Lust hätte, selbst Hand anzulegen. Natürlich gerne, ich!

Es war toll, selbst tätig zu werden und nicht nur zuzuschauen…. Und prompt hatten wir vor lauter Erklärungen und Geratsche vergessen, einen Bogen Papier unter dem Sieb zu platzieren! Ja, so schnell kann es gehen…
Jeder Teilnehmer durfte sich abschließend ein paar der von uns mitgebrachten Postkarten aussuchen – nicht von den frisch gedruckten natürlich, denn diese Bögen mussten ja noch trocknen und geschnitten werden.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ekkeland Götze und Julia Geiger für die Praxiserfahrung sowie die neuen Informationen, die sicherlich wieder in die ein oder andere Führung einfließen werden – der Besuch war aufregend und hinterlässt wohl bei allen Teilnehmern einen bleibenden Eindruck.