Impressionen #14: Fototermin

Ende März erhielten wir Unterstützung von Steven Mehrer, der ein kurzes Schulpraktikum bei uns im Archiv absolvierte. Im Rahmen von Ausstellungsvorbereitungen konnte er beim Fototermin assistieren:

„Als Praktikant im Archiv Geiger hatte ich am 29. März die Gelegenheit, dem Fotografen Nikolaus Steglich beim Abfotografieren einiger Kunstwerke sowohl Rupprecht Geigers als auch seines Vaters und seiner Söhne zuzusehen und zu assistieren. Das Fotografieren der Werke, ein erstaunlich aufwändiges, aber hochinteressantes Verfahren, lief folgendermaßen ab: Nach dem Abdunkeln der Fenster des Raumes mit schwarzer Folie, in dem die Fotos gemacht wurden, die störende Lichtflecken auf den Kunstwerken vermeiden sollte, wurden die zahlreichen Geräte, die für das Anfertigen der Bilder nötig waren, aufgebaut. Die Kamera wurde mit einem Laptop und einem hochauflösenden Bildschirm verbunden; außerdem stellten wir zwei Blitzlichtquellen mit großen Schirmen, die dazu dienten, das strahlenförmige Blitzlicht in ein diffuses Leuchten umzuwandeln, auf. Nachdem die Kamera fokussiert und die Blitzlichter in einem exakt abgemessenen Abstand zu der weißen Unterlage auf dem Boden, auf die die Werke gelegt wurden, platziert worden war, fotografierte Herr Steglich die Zeichnungen und übrigen Bilder der Geiger-Familie, angefangen mit einer Abbildung der Brüder Lenz und Florian Geiger (1943 gemalt von ihrem Großvater Willi). Um zu vermeiden, dass die Kamera auf ihrem Stativ immer wieder nach oben und unten verschoben werden musste, wurden die Werke, u. a. Porträts und Radierungen Willis sowie kleinere Zeichnungen Rupprechts und seiner Söhne, ihrer Größe nach absteigend abfotografiert. Damit eine den teilweise sehr detailliert gestalteten Kunstwerken angemessene Bildschärfe gewährleistet werden konnte, überprüften wir jedes angefertigte Foto mithilfe des Monitors genau. Außerdem machte Herr Steglich von jedem Werk zusätzliche Bilder, auf denen den Kunstwerken Farbkeile beigelegt wurden. Mithilfe dieser Karten mit verschiedenfarbigen Feldern kann überprüft werden, ob die Farben der Werke auf den Fotografien tatsächlich originalgetreu wiedergegeben werden. Schatten oder eine unregelmäßige Verteilung des Lichts auf den Bildern waren ebenfalls zu vermeiden. Da Rupprecht auch auf kleineren Zeichnungen häufig leuchtende Neonfarben verwendete, musste darauf geachtet werden, dass diese intensive Leuchtkraft der Farben auf den Fotos gewahrt blieb. Nach einer Umbaupause, während der wir die Kameras auf die Wand gerichtet und die Position der Blitzlichter neu ausgemessen hatten, machte Herr Steglich von den beiden Kunstwerken Rupprechts Bilder, die aufgrund ihrer Größe nicht am Boden liegend, sondern hängend abfotografiert werden mussten. Das letzte Objekt, ein Architekturmodell Florian Geigers, wurde auf einer weißen Plane platziert und ohne Kamerastativ, sondern „per Hand“ fotografiert.

Der beeindruckende Aufwand, mit dem das Anfertigen der Bilder verbunden war, machte mir deutlich, dass der Arbeitsbereich der Kunstfotografie keineswegs banal, sondern äußerst vielseitig und interessant ist. Ich freue mich darauf, einige der Fotos im Katalog zur Ausstellung „Väter & Söhne. Konfrontation und Gleichklang“ des Schoßmuseum Murnau zu sehen.“

Sammlergedanken #9

Nach einer Pause erreichte uns mal wieder ein schöner Sammlergedanke, diesmal von Steffie Müller:

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„Die Postkarten habe ich anlässlich eines Archiv-Besuchs gekauft. Endlich sind sie eingerahmt. Es geht nichts über die wunderbaren Farben von Rupprecht Geiger. Sie geben Energie!“