Rupprecht Geiger in Karlsruhe

Letzte Woche war ich bei der Eröffnung der Ausstellung “Weltreise. Kunst aus Deutschland unterwegs. Werke aus dem Kunstbestand des ifa 1949 – heute” im ZKM in Karlsruhe. Das Institut für Auslandbeziehungen (ifa) hat seit seiner Neugründung 1949 ca. 23.000 Kunstwerke von deutschen Künstlern erworben. Seitdem hat das Institut unzählige Ausstellungen im Ausland organisiert, die nicht zuletzt dazu beigetragen haben, ein positives Image von Deutschland zu vermitteln. Die ifa-Sammlung ist facettenreich, da sie von unabhängigen, für die jeweiligen Ausstellungen ausgewählte Kuratoren im Laufe der Jahrzehnte zusammengetragen wurde.

Nun werden 400 Werke der ifa-Sammlung, viele zum ersten Mal, in Deutschland gezeigt. Es ist wirklich eine Meisterleistung der zwei Kuratoren Matthias Flügge und Matthias Winzen eine solche kohärente und klare Präsentation zusammengestellt zu haben. Sie bildet einen Querschnitt durch die deutsche Kunstgeschichte der Nachkriegszeit, angefangen bei Willi Baumeister oder Fritz Winter, bis heute, wie zum Beispiel Werke von Katarina Hinsberg oder Corinna Wasmut. An der Ausstellung ist zugleich spannend, wie zum ersten Mal nicht die Unterschiede zwischen west- und ostdeutscher Kunst hervorgehoben werden, sondern die Parallelität der deutsch-deutschen Kunstproduktion auf beiden Seiten der Mauer. Deren Einklang wird insbesondere bei der Fotografie veranschaulicht.

Auch von Rupprecht Geiger wurden mehrere Zeichnungen 1992 unter der Leitung von Hermann Pollig angekauft und in einer Ausstellungstournee in Westeuropa von 2002 bis 2005 gezeigt. Ein paar davon sind nun in Karlsruhe präsentiert. Die sehenswerte Ausstellung ist noch bis zum Frühjahr 2014 zu bewundern und wandert anschließend noch nach Rußland (Moskau), Südkorea und China.

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