Impressionen #10: Besuch der Ausstellung in Kißlegg

Vor einer Woche wurde die Rupprecht Geiger Ausstellung im Rudolf Wachter Museum im Neuen Schloss Kißlegg abgebaut. Anfang September erreichte uns hierzu eine Email von Axel Schlabitz worin er passioniert von seiner Begegnung mit den Werken Geigers spricht. Diese wollten wir Ihnen nicht vorenthalten und finden es nun passend als Nachhall zu dieser schönen Ausstellung ein paar Ausschnitte zu veröffentlichen. An dieser Stelle vielen Dank an Herrn Schlabitz fürs Teilen!

686/74 (WV 665), 1974, Acryl auf Leinwand

„Am frühen Nachmittag betraten wird das Kißlegger Schloss und wurden somit mit den Werken von Rupprecht Geiger konfrontiert. Es war eigentlich eine unmittelbare, impulsive Begegnung, eine positive Isolation von allem anderen.
Im ersten Raum war es bereits sehr auffällig, dass die Spotlights die Wirkung der beiden Bilder sehr beeinträchtigt haben. Im zweiten Raum war es noch extremer und wir fragten die Aufsicht, ob wir die Leuchten ausmachen dürften. Dies tat sie selbst. Erst jetzt konnten die Werke ihre eigentliche Wirkung entfalten und dadurch noch mehr faszinieren.
(…)
Ich habe in vielen Ausstellungen noch nicht etwas Vergleichbares erlebt, dass ca. 70 Prozent von 16 ausgestellten Werken neben der Faszination über das Können eines Menschen auch dessen Werke solch eine intensive Wirkung auf mich hatten. (…) Ein leerer Raum, das Bild und ich.
(…)
Die menschlich-künstlerische Fähigkeit zu einem „tiefen Sehen“, einer ebenso emotionalen Empfindung, also mit der Seele sehen, Wirkungen wahrzunehmen und sich diese bereits intuitiv vorzustellen oder im Entstehungsprozess überhaupt erkennen zu können. (…) Das Sehen vom noch Verborgenen, das Sehen ohne zu sehen, eine tiefe Präsenz eines positiven Nichts.
All dies war gestern innerhalb von Stunden auf der gesamten emotionalen Ebene körperlich zu erfahren, so dass neben Erfüllung zugleich eine Art Erschöpfung wahrzunehmen war. Aber eigentlich war es das, was durch Herrn Geiger, von ihm, in diesen Werken enthalten ist.
(…)
Ein wundervolles Erlebnis, das leider einen Seltenheitscharakter im primär ‚rational konsumierten‘ Bereich Kunst besitzt und weiterhin besitzen wird.“ Dies auch unter der Betrachtung bzw. Beurteilung, was in dem allgemeinen Begriff Kunst für sich selbst als wertvoll-bedeutsame Kunst und somit emotional wahrgenommen werden kann.“

 

 

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