Forschungen zu Rupprecht Geiger

Im Herbst letzten Jahres verfasste die Restauratorin Johanna Stegmüller ihre Masterarbeit über die Maltechnik Rupprecht Geigers. Dazu verbrachte Sie viel Zeit bei uns im Archiv für Recherchen. Zum Tag der Archive am Samstag, den 5. März 2016 wollten wir nun das Exposé der Arbeit von Johanna Stegmüller mit Ihnen teilen, damit Sie einen Einblick in die Forschungen zu Rupprecht Geiger und seinem Werk erhalten!

„Die Wandlung von Farbmaterie zum Farbgeist“
Master-Thesis über die Maltechnik Rupprecht Geigers

„Farbe ist das Motiv:

Ich male das Portrait der Farbe ‚Rot‘. Dieses, in großen, monochrom modulierten Farbfeldern Leuchtrot dargestellt, wird die Potenz der Farbe erkennbar machen. Ihre Stimmungswerte werden auf uns übertragen als geistige Farbkraft empfunden. […] Kaltes Rot. Das Pink der Leuchtfarben insbesondere strahlt beim Aufsprühen nahtlos nach Weiß über. Dokumentiert die Wandlung von Farbmaterie zum Farbgeist. […]“

Dies notiert Rupprecht Geiger 1970/75 in sein Künstlerbuch Exponent.1 Wie diese „Wandlung von Farbmaterie zum Farbgeist“ gestalterisch auf die Leinwand gebracht wurde, beruht besonders auf dem kreativen Prozess des Künstlers – einer praktischen Umsetzung theoretischer Vorbereitungen eines gewünschten Ausdrucks durch die künstlerische Hand. Doch auch die physikalische Beschaffenheit der Werke bedingt ihre Ausdruckskraft. Die von Geiger verwendeten Tagesleuchtpigmente sind beispielsweise eine maßgebliche Vorrausetzung für die Realisierung seiner Ziele. Im Rahmen einer Master-Thesis im Studiengang Konservierung und Restaurierung von Gemälden an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart wurden die materialtechnischen Grundlagen die zur Entstehung der Gemälde Rupprecht Geigers beitrugen, erörtert. Als wichtigste direkte Quelle diente das ehemalige Atelier des Künstlers – das heutige Archiv Geiger in München Solln. Malmaterialien aller Art und aus allen Phasen des künstlerischen Wirkens sind hier noch verwahrt und dienten in Kombination mit den Skizzenbüchern des Künstlers als Zeugnisse. Zu den geschaffenen Werken stellt das Künstleratelier eine aufschlussreiche Quelle für Informationen dar. Im Prozess ihrer Entstehung und in ihren finalen Resultaten sind sie originär behaust im Atelier und der mit ihr geschaffenen Umgebung.2 So offenbart sich hier der kreative Arbeitsprozess als äußerlich wahrnehmbarer Vorgang.3

Die im Archiv noch auffindbaren Malmaterialien zeichnen zudem ein Bild davon auf, aus welcher Produkt-Palette Geiger während seines gesamten Schaffens Nutzen schöpfte. So finden sich im ehemaligen Atelier des Künstlers neben einer großen Vielfalt an Pigmenten auch Bindemittel aller Art und sonstige Zusätze, wie Lösemittel oder fabrikfertige Farben. Auch die Maltechnik des Künstlers lässt sich an Pinseln und anderen Gerätschaften erörtern, wie auch das Mobiliar die Art seiner Benutzung zur Entstehung der Werke verrät. Diese Zeugnisse sollten für die Zukunft erhalten werden und wurden im Rahmen der Master-Thesis ausführlich dokumentiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter dem Archivgut im Atelierhaus in Solln befindet sich ein unveröffentlichter Ordner, den Rupprecht Geiger vermutlich selbst anlegte und mit dem Titel „Farbe“ versah. In diesem Ordner wurden Broschüren, Faltblätter und Ähnliches zu Malmaterialien gesammelt. Zudem finden sich einige persönliche Notizen sowie Briefverkehr mit Fachhändlern zu spezifischen Fragestellungen. Einige Unterlagen beziehen sich auf Materialien, die in Zusammenhang mit den Gemälden Geigers stehen und stellen wertvolle Dokumente dar.

 

 

 

 

 

 

Auch in den im Archiv Geiger bewahrten Tage-, Notiz- und Skizzenbüchern Rupprecht Geigers befasst sich der Künstler überwiegend theoretisch mit den Zielen seiner Malerei. Zu technischen Details finden sich vergleichbar wenige Eintragungen. Dennoch konnten einige hilfreiche Randbemerkungen zu Geigers praktischem Vorgehen ausfindig gemacht werden. Auch ließen sich Auskünfte zu verwendetem Malmaterial herausfiltern.

 

 

 

 

 

 

Als spezielle Fragestellung galt es, die früh verwendeten Bindemittelkompositionen der durch Geiger so bezeichneten Eitempera und anschließenden Öl-Malerei, zu erforschen. Hierzu wurden an einer Auswahl von Gemälden minimale Mengen der Malschicht entnommen und diese Proben am Institut für Konservierungswissenschaften in Stuttgart analysiert. Die Komponenten der Malmittel konnten weitreichend geklärt werden und es ergaben sich interessante, bisher nicht bekannte Aspekte zu dieser Thematik. Die Malschichten der Gemälde, die laut Geiger in Eitempera gemalt wurden, enthielten neben verhältnismäßig viel Ei, mehr oder weniger hohe Anteile an Pflanzengummen. Dies stellt sich als eine neue, nicht bekannte Variation der Bestandteile von Geigers Eitempera dar. Auch bei den Malschichtproben der Gemälde aus den Jahren 1958 und 1965, die nach Geigers Angabe in Öl gebunden sind, wurde ein geringer Anteil an Ei detektiert. Bisher war zur Ölfarbe Geigers bekannt, dass er die Pigmente mit Leinöl und Terpentinöl angerieben hat.4 Der durch Geiger so bezeichneten Ölfarbe wurde den Analyse-Ergebnissen nach eindeutig auch Ei hinzugegeben. So handelt es sich also zumindest bei den beprobten Werken nicht um eine reine Ölmalerei.

 

 

 

 

Im Hauptteil der Master-Thesis wurden alle gewonnen Informationen nach ihrer Eigenart in Materialgruppen gegliedert vorgestellt. So wurden zunächst der Bildträger, dessen Format und die Grundierung desgleichen, anschließend die Bindemittel und die Pigmente, die zum Einsatz kamen, sowie zuletzt deren Verarbeitung in ihrer Kombination untereinander, dargelegt. Durch diese Ansammlung von Berichten zur Maltechnik, Auflistungen der überlieferten Materialien und Abbildungen wichtiger Details der Werke innerhalb der Master-Thesis, sollte eine anschließend bessere Einschätzung ermöglicht werden, aus welchen Substanzen die Werke geschaffen sind (Pigmente, Bindemittel, etc.) und welche Elemente als zugehörig angesehen werden müssen (Keilrahmen, Rahmung). Neben dem Überblick zu den im Bilde verwendeten Werkstoffen wurde erörtert, auf welche Art Rupprecht Geiger diese einsetzte, um seine gewünschte Bildaussage zu erreichen. Die Intention des Künstlers konnte durch zahlreiche publizierte Interviews und Einträge in seinen Tage- und Skizzenbüchern mit seinen eigenen Worten nachgezeichnet werden. Abschließend konnten Hinweise für den geeigneten konservatorischen und restauratorischen Umgang mit Geigers Werk gegeben werden. Mit dem Bewusstsein der Intention des Künstlers, die durch die gesteigerte Bedeutung des materiellen Bestandes unterstützt wird, dürfen Eingriffe in die Substanz wie auch das Gesamtgefüge immer nur soweit reichen, dass die in der Master-Thesis dargelegte „Wirkung“ des Werkes gegeben ist.

1 [Geiger R. 1970/75, S. 58] [Geiger, Rupprecht: Exponent. Ein unveröffentlichtes Künstlerbuch 1970/75. In: Ausst. Kat. RG, München 1998. S. 57- 61. Friedel, Helmut: Rupprecht Geiger im Lenbachhaus München, Hrsg. Friedel, Helmut, Städtische Galerie im Lenbachhaus München, 1998, Die Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung von Rupprecht Geiger: Rot, Gelb, Blau im Kunstbau des Lenbachhauses vom 28. Januar bis 22. März 1998, Druck und Bindung: Wolf & Sohn, München]

2 [Vgl. Mai 2008, S. 78] [Mai, Ekkehart: Das Atelier – Bild des Künstlers, Topos der Kunst. (S.74-81) in: (Hrsg.) Buschmann, Renate; Marzona, Daniel: Inside the studio. Erika Kif fotogra ert Gerhard Richter, DuMont Buch- verlag, Köln 2008]

3 [Vgl. Bianchi 2011, S. 38] [Bianchi, Paolo: Das Atelier als Manifest. (S. 34-45) In: Kunstforum International, Bd. 208 Mai – Juni 2011.]

4 [Vgl. Klein 1998, S. 74] [Klein, Felicitas: Farbiges Licht – Rupprecht Geiger und die Tagesleuchtpigmente Eine maltech- nische Betrachtung. In: Kat. Ausst. Rupprecht Geiger: „Rot, Gelb, Blau“, Kunstbau des Lenbach- hauses München 1998, München 1998.]

Zeitreise: Stegmüller, Johanna: Exposé zu „‚Die Wandlung von Farbmaterie zum Farbgeist‘. Masterthesis zur Maltechnik Rupprecht Geigers“, in: Archiv Geiger Blog LINK (zuletzt aufgerufen am TT.MM.JJJJ).

Farb-Formen

Unsere Praktikantin Annalena Döring hat anlässlich unserer neuen Präsentation im Archiv Geiger, die sich den Werken in unregelmäßigem Format widmet, einen schönen Text zu Rupprecht Geigers „Farb-Formen“ verfasst. Einen herzlichen Dank, liebe Annalena!

Foto: Oliver Heissner

Farb-Formen

Schon früh versucht Rupprecht Geiger, die Farbe zu befreien und sie von der Form zu emanzipieren. Die Feststellung, dass Farbe an sich schwer zu erkennen ist, da sie sofort mit ihrer Umgebung Beziehungen aufnimmt, veranlasst ihn zunächst shaped canvases zu verwenden. Er greift damit Frank Stella um 20 Jahre voraus. Geiger erschafft Formen für die Farben, die er darstellen will.[1] Mit singulären Bildformaten, die visionäre Vorstellungen vom All vorwegzunehmen scheinen, ist seine Malerei in der von ihm mitbegründeten Künstlergruppe ZEN 49 unvergleichlich.[2]
Allerdings erkennt er schnell, dass dies nicht der richtige Weg zur Befreiung ist, da die Bildobjekte eigene Körper werden und zu optischen Täuschungen neigen.
Den Sprung zur reinen autarken Farbe vollzieht Geiger durch die Reduzierung auf einfache Formate: Quadrat, Rechteck und Oval. Durch die Nähe zur Architektur greift er auf diese archaischen, optisch unaufdringlichen Formen zurück, die geeignet sind, die Farbe unbeeinflusst zu lassen. „Der sehgewohnten Bindung an Formales entrückt, wird Farbe neu erlebt und endlich als autonomes Element erkennbar.“[3] Geiger versteht unter dem Begriff Farbformen nicht ein vorgegebenes Objekt, sondern die Dimension der Farbe selbst, den Ablauf der Modulation von hell nach dunkel.[4] Von nun an werden Farbformen für Geiger zur Manifestation von Farbe.[5] „Ich bin davon überzeugt, dass Farben Formen entwickeln können“ und „[e]ine Farbe allein muss dem Wunsch nach Form genüge tun können.“[6]

 



[1] Vgl. Helmut Friedel im Film „Geiger“ von Tilman Urbach, 2009.

[2] Vgl. Ausst. Kat. R.G., St. Petersburg 1994, S. 157.

[3] Ausst. Kat. Für R.G., Eine Ausstellung zum 75. Geburtstag, Galerie der Künstler, München 1983.

[4] R.G.: Brief an H.H., 1967.

[5] Vgl. Rupprecht Geiger: Brief an Helmut Heissenbüttel, in: Ausst.Kat. Rupprecht Geiger, Kestner-Gesellschaft, Hannover 1967.

[6] Rupprecht Geiger im Interview mit Maria Wetzel, Diplomatischer Kurier, 12.6.1963.

Praktikumsausschreibung März – Juni 2015

Von Mitte März bis Mitte Juni 2015 sucht das Archiv Geiger Team eine/n Praktikantin/en für ca. 10 h/Woche (flexibel einteilbar).

Aufgabenbereich:
Während des Praktikums werden Sie neben allgemeinen Verwaltungstätigkeiten, u.a. auch bei Archivierungsarbeiten mithelfen, sowie das Team am Internationalen Museumstag am 17.05.2015 unterstützen. Zudem bekommen Sie einen Einblick in  die Abwicklungen im Ausstellungswesen. Ein Praktikum im Archiv Geiger bietet eine Chance mit Originalen – Kunstwerke und Quellen – zu arbeiten.

Anforderungen:
Sie studieren Kunstgeschichte im 4. Semester (oder höher) und hatten bereits die Gelegenheit dazu, Erfahrungen im Rahmen von Praktika zu sammeln. Wenn Sie dazu noch offen, teamfähig und flexibel sind, dann schicken Sie Ihre Bewerbung (Anschreiben und Lebenslauf) bei Interesse an:

Franziska Straubinger
f.straubinger@archiv-geiger.de
Bewerbungsschluss ist der 23. Februar 2015.

Gewinnspiel „Was ist Farbe?“

Zum Tag des Offenen Denkmals 2014 haben wir zu einem Gewinnspiel aufgerufen: jeder Besucher erhielt ein Lesezeichen, das mit Original-Pigmenten bedruckt wurde. Die Aufgabe bestand darin, dieses Farbelesezeichen im Hinblick auf die Frage „Was ist Farbe?“ zu inszenieren.

Das Archiv-Geiger-Team war über die vielen Einsendungen dermaßen begeistert und die Auswahl fiel uns nicht leicht…hier aber finden Sie unsere Gewinner!

1. Platz:

 

2. Platz:

 

3. Platz:

"Das Licht spielt mit den Farben"

 

Die Gewinner wurden bereits benachrichtigt, aber wir möchten an dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausrichten für die vielen, kreativen Einsendungen! Deshalb haben wir hier noch eine kleine Auswahl zusammengestellt:

Praktikumsausschreibung


Vom 1. Oktober 2014 bis zum 31. Januar 2015 sucht das Archiv Geiger Team eine/en Praktikantin/en für ca. 10 h/Woche. Diese Stunden müssten flexibel einteilbar sein.

Aufgabenbereich: Während des Praktikums werden Sie einen Ausstellungsaufbau und
-abbau mitbegleiten können. Somit werden Sie die Abwicklungen im Ausstellungswesen mitverfolgen können. Weiter werden Sie, neben allgemeinen Verwaltungstätigkeiten, u.a. auch bei Archivierungsarbeiten mithelfen, sowie das Team am Tag der Offenen Tür am 7. Dezember 2014 unterstützen. Ein Praktikum im Archiv Geiger bietet eine Chance mit Originalen – Kunstwerke und Quellen – zu arbeiten.

Anforderungen:
Sie studieren Kunstgeschichte im 4. Semester (oder höher) und hatten bereits die Gelegenheit dazu, Erfahrungen im Rahmen von Praktika zu sammeln. Wenn Sie dazu noch offen, teamfähig und flexibel sind, dann schicken Sie Ihre Bewerbung (Anschreiben und Lebenslauf) bei Interesse an:

Franziska Harder
f.harder@archiv-geiger.de
Bewerbungsschluss ist der 15. Juli 2014.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Über die Echtheit von Geiger-Serigrafien #2

Liebe Freunde des Werkes von Rupprecht Geiger,

seit dem Erscheinen des Blog-Posts zum Thema „Echtheit bei Geiger-Serigrafien“ im Oktober 2012 sind weitere eBay-Käufer mit Verunsicherungen und Beschwerden an mich herangetreten. Diese sind absichtlich aufgrund der ungenauen Beschreibungen der angebotenen Artikel in die Irre geführt worden. Wie Wolfgang Meyer in seinem Kommentar zum letzten Artikel richtig schreibt, sollte man sich vor einem Kauf mit dem Thema gründlich auseinandersetzen, d.h. anhand des Werkverzeichnisses nach dem angebotenen Blatt suchen oder sich durch eine kurze Nachfrage beim Archiv-Geiger-Team vergewissern, um welchen Siebdruck es sich tatsächlich handelt. Hier eine kleine Hilfe von unserer Seite bei der Zuordnung der Werke. Achten sie genau auf das angegebene Entstehungsjahr, auf das Format und die Stärke des Papieres!

Weiterhin wird der Kalender aus dem Jahr 1991 auseinandergenommen, das Kalendarium weggeschnitten – das Blatt hat dann ein kleineres Format – und das jeweilige Monatsblatt als unsignierte Originalserigrafie angeboten. Angegeben wird also nicht, dass das Blatt aus dem Kalender stammt, sondern es wird irreführenderweise die ursprüngliche Serigrafie aus vorangegangenen Jahren genannt, die dann für den jeweiligen Monat in verkleinerter oder vergrößerter Form wiederverwendet wurde. Zum Beispiel wurde für den Monat Januar die Serigrafie WVG 67 in verkleinerter Form herangezogen. Das Deckblatt des Kalenders wird auch mit Vorliebe unten abgeschnitten und die Signatur als weiterer Artikel angeboten.
Zur Vollansicht bitte auf das jeweilige Werk klicken.

Kalender 1991, 1990 (WVG 182)
mit 13 Serigrafien/EURO ART matt, 250 g, 74 x 59 cm
7000 Exemplare, davon einige Kalender ohne Jahr
Hg. von PWA Grafische Papiere, Raubling
Druck: Dambach Print + Service GmbH, Gaggenau
Idee: Edition & Galerie Hoffmann, Friedberg

WVG 182/0 Deckblatt
WVG 182/1 Januar (Motiv WVG 67, verkleinert)
WVG 182/2 Februar (Motiv WVG 77-1, verkleinert)
WVG 182/3 März (Motiv WVG 75-2, verkleinert)
WVG 182/4 April (Motiv WVG 69)
WVG 182/5 Mai (Motiv WVG 75-3, verkleinert)
WVG 182/6 Juni (Motiv WVG 138, vergrößert)
WVG 182/7 Juli (Motiv WVG 139)
WVG 182/8 August (Motiv WVG 56-1, auf dem Kopf)
WVG 182/9 September (Motiv WVG 77-2, Farbversuch)
WVG 182/10 Oktober (Motiv WVG 75-3, Zustand 1/1, verkleinert)
WVG 182/11 November (Motiv WVG 75-1, verkleinert)
WVG 182/12 Dezember (Motiv WVG 119-1, vergrößert)

 

Des Weiteren wird auch gerne folgende Publikation auseinandergenommen – nicht nur die nummerierten und signierten eingelegten Serigrafien werden einzeln verkauft, wogegen eigentlich nichts einzuwenden wäre, auch wenn die ursprüngliche künstlerische Intention von Rupprecht Geiger ungeachtet bleibt, sondern es werden bevorzugt die Seiten auf farbiger Kunststofffolie herausgeschnitten und als eigenständiges Werk verkauft (Zur Vollansicht bitte auf das jeweilige Werk klicken):

Rupprecht Geiger. all die roten farben, was da alles rot ist, ein sehr rotes buch / Hundertbuch III, 1981 (WVG 168)
mit 12 eingelegten Serigrafien und 13 Texten von Rupprecht Geiger
Serigrafien/Karton, 270 g, 39,5 x 40 cm
Buch: rotes Papier, weißer Karton, 270 g, farbige Kunststofffolie, 40 x 41,5 cm
Spiralheftung mit Schuber
100 + XX im Impressum nummerierte, signierte Bücher mit je 12 eingelegten, Blatt für Blatt signierten Serigrafien
Guido Hildebrandt Verlag, Duisburg
Druck/Satz: Laube, München
Neben den zwölf in Schutzklappen eingelegten Serigrafien besteht das Buch aus zahlreichen, im Siebdruck hergestellten Papier-, Karton- und Kunststofffolienseiten. Teilweise sind die Texte mittels klappbarer Teile in die Serigrafien integriert, was zu einem intensiven Zusammenwirken von Text und Bild führt. Dieses Buch „stellt eine Huldigung Rupprecht Geigers an die Farbe Rot dar. […] Durch Ausstanzungen ergeben sich Vorblicke auf die kommenden Seiten und Rückblicke, ergeben sich Farb- und Formspiele, die die Möglichkeiten des Mediums Buch aufzeigen und ausschöpfen.“ (Faltblatt zur Herausgabe)

 

Rupprecht Geiger hat verstärkt in den sechziger und siebziger Jahren die gleichen Motive für Plakate und Editionen verwendet. Es ging ihm darum, seine künstlerischen Ideen an ein breites Publikum heranzubringen. Mir sagte er mal, dass er es damals gerne hatte, wenn sich jeder Student ein Geiger-Motiv in sein Schlafzimmer hängen könne und demzufolge ließ er Plakate produzieren – ein Ansatz von dem er sich später distanzierte. Die Serigrafien dagegen nummerierte und signierte er, diese wurden dementsprechend für eine andere Zielgruppe und zu einem anderen Preis verkauft.

Nun wird ab und zu die Schrift bei den Plakaten weggeschnitten und dann als unsigniertes Blatt angeboten. Hier sollte man weiterhin auf das Format und die Angaben zum Papier achten. Die Editionen sind meistens auf einem schweren und guten Papier mit einer Stärke ab 200 g gedruckt worden, während für die Plakate vorwiegend ein dünneres Papier mit einer Stärke bis ca. 150 g verwendet wurde. Hier ein Beispiel, damit man sich dies besser vorstellen kann:

leuchtrot warm auf kalt, 1967 (WVG 101-1)
Serigrafie/Karton, 300 g, 72,5 x 61 cm
100 nummerierte und signierte Exemplare
Galerie Wilbrand, Köln
Druck: Mankopf-Siebdruck, Düsseldorf
Die Edition erschien anlässlich der „Eröffnungsausstellung“, Galerie Wilbrand, Köln 1967

 
Plakat zur Eröffnungsausstellung, Galerie Wilbrand, Köln (September/Oktober 1967)
Siebdruck/Papier, 150 g, 86,6 x 64,2 cm
Druck: Mankopf-Siebdruck, Düsseldorf
Im Werkverzeichnis der Druckgrafik 2008, S. 187

 

Bezüglich der ungenauen Angaben bei angebotenen Werken von Rupprecht Geiger habe ich mich mit dem Landeskriminalamt Bayern in Verbindung gesetzt. Die Käufer, die sich getäuscht fühlen, sollten Anzeige erstatten. Von Seiten des Archivs kann leider wenig unternommen werden. Gespräche mit eBay-Anbietern haben bis jetzt wenig gebracht, diese sind beratungsresistent!

Weiterhin gilt, wenn Ihnen das Motiv gefällt, kaufen Sie das Werk. Für ein signiertes und nummeriertes Blatt aus einer von Rupprecht Geiger autorisierten Edition müssen Sie allerdings ein wenig tiefer in die Tasche greifen, als für ein ausgeschnittenes Blatt aus einem Kalender oder Buch.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung, am besten bevor Sie das Werk kaufen!

Julia Geiger

Zitierweise: Geiger, Julia: Über die Echtheit von Geiger-Serigrafien #2 [27.03.2014], in: Archiv Geiger Blog LINK (zuletzt aufgerufen am TT.MM.JJJJ)

Ansteck-Buttons: Herstellung für den Tag der offenen Tür

ARCHIV GEIGER Ansteck-Buttons

ARCHIV GEIGER Ansteck-Buttons

Am 8. Dezember 2013 findet im ARCHIV GEIGER der „Tag der offenen Tür“ statt. Dieser schöne Tag (die letzten Tage der offenen Tür waren für das ARCHIV GEIGER Team immer ein unterhaltsames Erlebnis) wird dieses mal mit einem Gewinnspiel für die Besucher verziert werden.

Die vergangenen Tage haben wir aus signierten Rupprecht Geiger Ausstellungsplakaten runde Vorlagen für Ansteck-Buttons ausgeschnitten. Anschließend wurden diese mit entsprechenden Rohlingen von uns zu ARCHIV GEIGER Ansteck-Buttons gepresst.

Der Plakatausschnitt ist individuell, so dass jeder Ansteck-Button ein Unikat darstellt und in gelb, pink, zweifarbig oder gesprengelt erscheint. Die Wirkung ist wirklich beeindruckend.

Am Tag der offnen Tür erhält jeder Besucher als Willkommensgeschenk einen solchen Ansteck-Button. Dieser darf „blind“ aus einem Beutel, in dem sich alle Ansteck-Buttons befinden, gezogen werden.

Das Besondere:
Unter den Buttons verstecken sich auch fünf Signaturen,
die aus den zugeschnittenen Plakaten stammen.
Wer eine Signatur zieht,
gewinnt ein Werkverzeichnis der Druckgrafik
von Rupprecht Geiger!

Wir wünschen viel Glück und freuen uns auf Ihren Besuch.

Tasche und T-Shirt mit Motiven von Rupprecht Geiger – eine Kooperation mit dem T-shirt Label des artistes

Während der Art Cologne im April 2013 wurde ich von der Münchener Künstlerin Caro Jost angesprochen, ob das Archiv Geiger Interesse hätte, dem T-Shirt Label des artistes Exponate für die Frühjahr Sommer Kollektion 2014 zur Verfügung zu stellen. Da ich die Schwierigkeiten der Reproduktion von Tagesleuchtfarben schon von Büchern kenne, stand natürlich im Raum, ob sich so ein Projekt (farblich) auf Textilien realisieren lässt.

Kurz darauf besuchten Frederik und Polly Bäumler, die hinter den vielversprechenden Namen des artistes stehen, das Archiv und waren von den intensiven Farben des Werkes von Rupprecht begeistert. Es ging nun an die Auswahl der Motive, die im Hinblick auf das umfangreiche Gesamtoeuvre nicht leicht fiel. Wir entschieden uns für zwei frühere druckgrafische Werke mit den für Geiger typischen Kreisformen und charakteristischen Farben Gelb bzw. Rot-Orange-Pink.


Motiv von Farbmodulationen, 1962 (WVG 52/7)

Motiv von rot orange, 1964 (WVG 65-1)

Die Idee von des artistes auf der Rückseite der T-Shirts jeweils ein zum Sujet der Vorderseite korrespondierendes Zitat des Künstlers aus seinem Skizzenbuch Rotbuch 1975/98 aufzunehmen, rundete die Gestaltung ab.

Auch wenn ein Eins-zu-Eins-Druck mit Tagesleuchtfarbpigmenten auf Textilien nicht möglich ist, hat sich das Team bei des artistes in mehren Druckdurchläufen hervorragend an die Originalfarbgebung angenähert. Die Mitarbeiterinnen des Archivs warten bereits sehnsüchtig auf die T-Shirts, die im Frühjahr / Sommer 2014 auf den Markt kommen.

Um dem Thema und der Zusammenarbeit einen würdigen Auftritt zu geben, wurde die Kooperation multimedial in dem Kunstfilm „Movement“ mit den ersten Solisten des Bayrischen Staatsballets, Lucia Lacarra und Marlon Dion, choreographisch übersetzt und bei einem Screening in der Galerie Walter Storms vorgestellt. Die Sujets von Rupprecht bilden dabei einen Anfangs- und Endpunkt eines wunderbaren Spannungsbogens, in dem die Kunstwerke aus der bisherigen Kollektion von des artistes als Gesamtkunstwerk übersetzt sind. Der Film ist zu sehen und als Download verfügbar auf  http://www.desartistes.org.

Während der Zusammenarbeit an den T-Shirts entstand dann auch die Idee eine Rupprecht Geiger Tragetasche („canvas tote bag“) zu entwickeln. Als Motiv dient die Serigrafie „Ohne Titel (WVG 192, 1994)“, die wir, je nach Seite, als aufgehende bzw. untergehende Sonne aufgefasst haben. Die Modulation innerhalb der Halbkreise kommt sehr gut zur Geltung und wird spielerisch an den beiden Henkeln fortgeführt. Rupprecht hätte die Tasche bestimmt sofort in Gebrauch genommen! Die Tragetasche wird in einer Auflage von nur 1.000 Stück produziert und ist aus 100% Biobaumwoll-canvas.

An dem Konzept von des artistes gefällt mir besonders gut, dass der gesamte Gewinn aus dieser wie anderen High-Profile Kooperationen karitativen Organisationen zu Gute kommt. In unserem Fall habe ich mich für Ärzte ohne Grenzen e.V. (MSF) entschieden, weil man dort in Krisenregionen in denen dringend ärztliche Hilfe benötigt wird, sehr effizient Menschenleben rettet. Meine Großeltern und vor allem meine Großmutter, haben zeitlebens zahlreiche Hilfsorganisationen unterstützt, darunter auch diese. Beim Schreiben des Blog-Eintrages habe ich mich kurzentschlossen dazu entschieden, dass das Archiv Geiger nun während seiner Weihnachtsaktion zusätzlich 5.- € pro verkaufte Tasche an Ärzte ohne Grenzen e.V. spenden wird. Machen Sie mit! Die Tasche ist selbstverständlich auch in unserem Online-Shop erhältlich.

 

 

 

 

Rupprecht Geiger inspiriert

Im Sommer erhielten wir eine Mail von Bettina Mörz, die momentan eine Ausbildung zur Grafikdesignerin absolviert. Sie fragte nach den Inspirationsquellen von Rupprecht, welche Lichter ihn besonders fasziniert hätten, da sie zu dem Zeitpunkt am Projekt „Vorbild – Nachbild“ mit dem Ulmer Museum arbeitete. Hier nun der Beitrag von Frau Mörz zur Entstehung ihres Projektes und dem tollen Ergebnis!

„Die Inspiration existiert, aber sie muss dich bei der Arbeit finden“ – diesen Spruch von Pablo Picasso haben wir (23 Schülerinnen und Schüler des Staatlichen Berufskollegs für Grafik-Design der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Ulm) in die Tat umgesetzt. Zuerst sammelten wir Inspirationen in der vor kurzem neu gestalteten Dauerausstellung Moderne im Ulmer Museum. Moderne Kunstwerke unter anderem von Yves Klein, Victor Vasarely und Wassily Kandinsky wurden genauestens von uns unter die Lupe genommen. Jeder wählte spontan ein Stück aus, das ihn persönlich am Meisten ansprach und beschäftigte sich dann eingehend mit Kunstwerk und Künstler.
Inspiriert von den Originalen entstanden anschließend im Unterricht eigene Werke. Dabei war unser Ziel nicht, das Kunstwerk zu kopieren, sondern frei zu interpretieren.

Die Ergebnisse des Projekts „Vorbild – Nachbild“ präsentierten wir (die angehenden Grafik-Designer) am Donnerstag, 2. Mai 2013 im Ulmer Museum. Die eigenen Produktionen standen dann den Originalen gegenüber. Wir erläuterten zuerst das gewählte Kunstwerk und erzählten dann, wie wir auf unsere Idee der Neuinterpretation gekommen sind und diese umgesetzt haben.
Ich habe mich für das Werk „leuchtrot warm auf kalt“ von Rupprecht Geiger entschieden. Begeistert haben mich die aussagekräftigen, extrem leuchtenden und frohen Farben. Auch die gewählte Farbkombination, sowie die Einfachheit der Bilder sorgte bei mir für Interesse.  Deswegen entschied ich mich das Werk Rupprecht Geigers in einer Dreidimensionalen Variation auszuprobieren.  Daraus entstand mein Nachbild:  leuchtrot warm auf kalt / Größe: 50 x 50 x 50 cm / Material: Holz + Tagesleuchtfarben + Plexiglasscheiben
Zusätzlich habe ich einen zweiten Würfel des Werkes „leuchtrot kalt auf leuchtgelb“ angefertigt.
– Bettina Mörz
Vielen herzlichen Dank, Frau Mörz! Toll wie Sie auch Ihr Outfit von Ihrem Projekt haben inspirieren lassen!

Vier Generationen Geiger im Künstlerhaus am Chiemsee

Wie es uns gefreut hat, dass fast 100 Besucher zur Eröffnung der Ausstellung „Die Künstlerfamilie in der Bax – Vier Generationen“ uns im alten Bauernhaus am Chiemsee  letzten Sonntag besucht haben! Mit Sonnenstrahlen und einem Gläschen Sekt konnten die Werke der seit vier Generationen künstlerisch tätigen Familie Geiger besichtigt werden – hier ein paar Einblicke:

 

 

 

 

 

Die Ausstellung ist von jetzt an immer samstags und sonntags jeweils von 11:00 bis 13:00 Uhr und von 15:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Die Ausstellung endet am Tag des Offenen Denkmals am 8. September 2013.