Auf den Spuren Rupprecht Geigers: Marokko

Während der Ferien war ich wieder einmal in Marokko und besichtigte auf den Fußstapfen meines Großvaters Rupprecht die Gegend von Tafraout.

Bereits 1925 reist Rupprecht als Jugendlicher mit seinem Vater in Tétouan, Nordmarokko, als Willi versucht, in Spanien einen Neuanfang zu wagen. Mit seiner Frau Monika fährt er 1964 nach Casablanca, wo mein Vater Florian für sechs Monate in einem Architekturbüro arbeitet.

Anschließend besichtigt er abgelegene Orte. Die Reise geht an den Wüstenrand nahe Ouarzazate: am Eingang vom Dadès-Tal befindet sich nämlich Boumalne, östlich davon die Orte Tinghir und Goulmima. Dann geht es weiter nach Agadir, mit einem Zwischenstopp in Tafraout, das auf dem Weg dahin liegt.

Nach München zurückgekehrt betitelt er einige seiner großformatigen Werke mit den Namen dieser zuvor gesehenen Orte. Alle vier Farbfelder werden von kräftigen Rottönen dominiert.

–       Goulimine, 1964 (WV 368) Staatliche Museen Kassel, Neue Galerie (s. Foto)

–       Boumalne, 1965 (WV 395)

–       Tafraoute, 1965 (WV 396) Neue Nationalgalerie Berlin

–       Tinerhir, 1965 (WV 397) Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München

 

Bei der Wiedereröffnung der Pinakothek der Moderne im September 2013 bin ich wieder mit dem Maghreb in Berührung gekommen. Die Ausstellung „Marokkanische Teppiche und die Kunst der Moderne“ zeigt wundervolle, farbkräftige modulierte Teppiche, die stark an die Kunst von Rupprecht erinnern. Besonders in der Rotunde kommen die Exponate unter Tageslicht zur Geltung, während man in den unteren Ausstellungsraum an den engen und winkeligen Gassen einer marokkanischen Medina erinnert wird.

In der Nähe von Tafraout habe ich in einer imposanten Landschaft ein spannendes Landart-Projekt des belgischen Künstlers Jean Vérame (1983) gesehen. Rupprecht wäre auch von den farbigen – leider mittlerweile verblassten – Felsen begeistert gewesen!

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